Gebäudeautomation
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Die Maschine muss sich anpassen, nicht der Mensch.

Dieses Kredo drückt den Zweck der Gebäudeautomation aus. Ziel ist, dass sich die einzelnen Gewerke eines Gebäudes (Licht, Heizung, etc.) eigenständig verhalten oder zu jeder Zeit regelbar sind, und zwar nach den Bedüfnissen der Menschen.

Der Automatisierungsgrad von Wohnungsbauten und Zweckbauten nimmt seit Jahren stetig zu. An beidenBereiche werden vorallem folgende Anforderungen gestellt: (Merz, 2007)

 

Zweckbauten

- Wirtschaftlichkeit/ Energieeinsparung
- Kommunikation über Bussysteme und Netze
- Komfort
- Flexibilität

 

Wohnungsbauten

- Wirtschaftlichkeit/ Energieeinsparung
- Komfort
- Sicherheit

 

 

 

Die Gebäudeutomation wird in drei funktionale Ebenen unterteilt. Aufgrund des schnellen technischen Fortschritts und der Entwicklung von Mikroprozessoren wird diese Unteilung allerdings zunehmend verwischt.

    Auf der Managament Ebene werden die Anlagen überwacht und ihre Betriebsweise optimiert. Dies geschieht mit Hilfe spezieller Software. Diese Komponente der Automation wird auch Gebäudeleittechnik genannt. Die Visualisierung dieser Softare ermöglicht das einfach Ansteuern der Anlagen und die Einrichtung der gewünschten Parameter (z.B. Zeitpunkt zum Anschalten der Heizung) Die Messwerte und Meldungen sowie die Steuerbefehle der verschiedenen Anlagen werden über ein Bus-System zentral auf die Leittechnik aufgeschaltet.

    Auf der Automationsebene befinden sich die sogenannten DDC Bausteine, die über ein Bussystem an die die Anlagen gekoppelt sind und untereinander kommunizieren. Diese ermöglichen die Programmierung der Anlagen nach den gewünschten Parametern. Zunehmend werden auf dieser Ebene in Gebäudeautomation SPS (selbstspeichernde Steuerungen) eingesetzt. Das bedeutet eine zunehmende Selbstständigkeit der Anlagen. Die eingesetzten Bussysteme unterscheiden sich je nach Anwendungsfall. In den letzten Jahren geht die Entwicklung hin zu offenen Busystemen, Bussystemen die die Zusammenarbeit von Geräten verschiedener Hersteller ermöglicht.

    Auf der Feldebene werden die Sensoren (z.B. Temperaturmesser) und Aktoren (z.B. Heizungsregler) mit den DDC Bausteinen der Automationsebene verkabelt. Einige neue Technologien ermöglichen bereits die kabellose Kommunikation zwischen der Feld und Automatiosebene.
Letztendlich wird mit Hilfe einer Kosten-Nutzen-Analyse über den Einbau der entsprechenden Technik entschieden.

Die Gebäudeautomation ermöglicht die Automatisierung folgender Gewerke: (Quelle: Merz, 2007)

- Heizung
- Kälte
- Lüftung
- Elektroversorgung
- Beschattung/Jalousie
- Sanitär
- Brandmeldezentrale
- Einbruchmeldeanlage
- Zutrittskontrolle

- Videoüberwachung
- Netzwerktechnik
- Multimedia
- Aufzüge
- Telefonanlagen
- Wartungsmanagement
- Abrechnungssysteme
- Facility Management


Vorteile
- Wirtschaftlichkeit / Energieeinsparung (Bsp. automatische Regulierung der Heizanlage bei Nacht)
- Komfortgewinn (Bsp. Tastendruck Jalousie)
- Sicherheit (Bsp. automatische Alarmisierung)
- Flexibilität (modularer Aufbau als Bussystem)

Nachteile
- Höhere Anschaffungskosten im Vergleich zur normalen Gebäudeinstallation (Kosten amortisieren sich durchschnittl. nach 3 Jahren; viele Funktionen sind nur so umsetzbar)
- Bei hoher Komplexität ist qualifiziertes Personal nötig (Kann durch Fernwartung behoben werden)
- mögliche Abhängigkeit von DDC Herstellern (abwendbar durch normierte Bussysteme wie KNX oder interpolare Schnittstellen)